Meine Wettkampfjahre gingen bis 2006. Dann wurde es weniger und ging eine Zeitlang auch auf Null zurück. 2013 habe ich wieder regelmäßig mit Laufen begonnen und berichte hier über die Fortschritte und Rückschläge. Richtige Wettkämpfe gab es in der Zeit dann keine mehr, es waren dann eher auf Geselligkeit ausgerichtete Teilnahmen an Firmenläufen.
Der Wiedereinstieg
Gegen Ende 2006 wurde es immer weniger mit Laufen und in 2007, als mein Sohn auf die Welt kam, kam es ganz zum Erliegen.
Schwangerschaften sind halt schlecht fürs Laufen ;-) Das Gewicht und der Bauchumfang nahmen wieder zu, wenn auch nie soviel wie vor 2002. Aber die 80 Kilo waren häufig überschritten und regelmäßiges intensives Rauchen fand auch statt. Immer mal wieder eine einzelne Runde gelaufen, aber nie Konstanz reingebracht.
Im November 2012 habe ich dann mit Rauchen aufgehört, und zwar bis heute vollständig. Die Hinweise des Hausarztes haben endlich gefruchtet. 2013 im April begann ich dann endlich wieder zu laufen. Hatte es nicht verlernt, auch wenn natürlich Ausdauer und Geschwindigkeit nicht mehr wie früher da waren. Aber es ging langsam wieder bergauf und im August wurden 100 Monatskilometer erreicht. Leider bekam ich zu der Zeit unangenehme Schulterschmerzen, das führte zu falscher Körperhaltung und damit auch Beschwerden beim Laufen. Der im November endlich aufgesuchte Orthopäde diagnostizierte eine Kalkschulter und die Behandlung incl. Physio zog sich ein halbes Jahr hin. Ich bin zwar immer etwas gelaufen, aber kein echtes Training. Das Jahr war auch beruflich zu intensiv, um Zeit und Ruhe dafür zu finden.
2015 hat es dann endlich mit dem Umsetzen der guten Vorsätze geklappt. Im März verbindlich für einen Staffelmarathon mit Arbeitskollegen angemeldet, und da mein Anteil 15 km sein sollte, musste ernsthaft trainiert werden. Ab da “liefs”. Ich wollte 1.000 Jahrekilometer vollmachen, die waren Anfang Dezember erreicht und zum Jahreswechsel waren es 1.111. Wettkampf- und Bestzeitambitionen habe ich keine, neue Bestzeiten sind vermutlich auch nicht mehr realistisch erreichbar, bin ja fast 10 Jahre älter als zu meinen besten Zeiten. Aber dreimal die Woche laufen, vermutlich im Mai einen Halbmarathon und wer weiß – vielleicht zukünftig doch nochmal ein Marathon. Den Halbmarathon in Stuttgart bin ich dann tatsächlich gelaufen - über die Zeit reden wir nicht, es war deutlich über 2 Stunden.
2016 war es ähnlich gut, auch die 1.000 Jahreskilometer geschafft. Anfang 2017 hatte ich dann eine schwere innere Operation, die mich einige Monate außer Gefecht setzte. Richtig intensives Laufen mit dreistelligen Kilometerzahlen pro Monat gab es erst im Frühjahr 2018 wieder. Im Herbst meldete sich dann die an dere Schulter mit Beschwerden und es wurde wieder weniger. 2019 ärgerte ich immer noch mit der Schulter herum und fand irgendwie nicht die richtige Motivation zum Laufen. Es war eine gewisse Regelmäßigkeit, aber kurze Strecken und bescheidene Umfänge. Im November 2019 kam dann noch ein fieser Fersensporn links dazu und das Laufen ganz zum Erliegen. Luftpolsterschuhe haben wenigstens ein schmerzfreies Gehen ermöglicht, dafür habe ich aber auch 2 Monate mit vielen Schmerzen herumexperimentiert.
Im März 2020 konnte es wieder los gehen und ab da ging es steil nach oben. Zum einen hatte ich zum Jahresanfang mit Buchinger-Fasten 8 Kilo abgenommen und war erstmalig seit langem wieder unter 75 Kilo. Zum anderen gab es wegen Corona und Homeoffice einfach mehr Flexibilität für die Planung der Laufrunden und viel weniger andere Freizeitvergnügungen, die mich abhalten konnten. Im Spätsommer habe ich dann nochmal eine Fastenwoche eingelegt, das Gewicht war danach bei 70 Kilo, also so tief wie zu den besten Laufzeiten 2006. Das Laufen fiel leichter, die Streckenlängen und Umfänge steigen fast von alleine und der Körper fühlt sich sehr wohl damit. Tatsächlich gab es 3 Monate hintereinander mit Laufumfängen über 200 Km - ohne Beschwerden. Damals habe ich zu meiner Frau gesagt, 2022 könnte doch noch mal ein Marathon-Jahr werden, ich habe gerade wieder Lust.
Es ging dann 2021 aber leider nicht so gut weiter, wie 2020 aufgehört hat. Die ersten 3 Monate waren noch sehr gut, aber ab April meldete sich der Fersensporn wieder und die Umfänge gingen drastisch zurück. Ursprünglich hatte ich mir für 2021 genauso viele Jahreskilometer vorgenommen. Aber im Juni waren die Monatsumfänge dann im niedrigen 2-stelligen Bereich und es war klar, dass das Jahresziel verfehlt wird. Zumal ich mir dann auch noch im Haus den linken Fuß bei einem Sprung so blöd vertreten habe, dass der 1. Mittelfußknochen ewig weh tat und es eher nach Humpeln als nach Laufen aussah. Ab September wurde es langsam wieder besser und der Dezember war dann der erste Monat, wo die Umfänge wieder dreistellig wurden. Jeden zweiten Tag laufen ging wieder, aber die Streckenlängen waren nicht mehr 10+25 km am Wochenende, sondern eher 7+12. Die Jahreskilometer von 1.358 waren dafür am Ende doch noch ganz ordentlich, immerhin das beste Jahr seit 2006. Für 2022 nahm ich mir dann mal lediglich 1.500 vor, wenn es mehr wird, soll es mich freuen. Marathon ist nicht geplant und nicht in Sicht.
2022 lief dann wie geplant. Jeder Monat hatte mindestens 100 Kilometer, auf das ganze Jahr ergab das 1.741 und an Beschwerden kann ich mich nicht erinnern. Mein Plan für 2023 war dann “jeden Monat mindestens so viele Kilometer wie 2022”. Das hat bis zum März geklappt, im April bin ich auf hohem Niveau knapp gescheitert und dann wurde es deutlich dünner. Im Mai zwei Wochen Erkältung, von Juli bis September zwickte es an verschiedenen Stellen in den Gelenken und Knochen und im Oktober bekam ich dann (zum ersten Mal) Corona, was mich auch ungefähr vier Wochen außer Gefecht gesetzt hat, bevor ich wieder anfangen konnte zu laufen. Dezember ging es dann wieder bergauf (gleichzeitig trotz Weihnachten um 3 Kilo runter) und die 1.200 Jahreskilometer wurden überschritten. Für 2023 keine konkreten Pläne, außer regelmäßig zu laufen. Naja, und 1.200 im Jahr sollen es schon auf jeden Fall werden.
2023 fing gut an, dann wurden die Umfänge aber deutlich kleiner. Es fehlte Zeit, es fehlte Lust, es zwickte etwas. Das Jahr war mit 1.262 Km aber noch ganz zufriedenstellend.
2024 war dann mit 742 Jahreskilometern ziemlich dünn. Im Juli und November waren es nur 30 Km, eine heftigere Erkältung war eine der Ursachen. Die Ausrede “keine Zeit” habe ich auch öfter gezogen. Laufen war mir nicht mehr so wichtig, dass ich dafür einen frühen Wecker stelle oder im Dunkeln noch rausgehe.
2025 habe ich mir dann vorgenommen, jeden Monat mindestens 80 km vollzumachen und das ist mir seitdem jeden Monat gelungen. Ich habe mir allerdings auch ein Walking-Pad zugelegt, dass unter meinem höhenverstellbaren Schreibtisch steht und regelmäßig auch seinen Beitrag an den Monatskilometern liefert. Da es mir aber um die Bewegung an sich geht und nicht um Wettkampf und Rekorde, fühle ich mich momentan mit dem gemischten Setup sehr wohl. Ich merke allerdings auch, dass meine Kilometerzeiten in der freien Natur deutlich langsamer geworden bin und ich Gehpausen einlegen muss, wenn ich zu schnell loslege. Nicht leicht zu akzeptieren, dass ich fast 2 Minuten mehr pro Kilometer brauche als noch vor zwei Jahren, aber das wird mein Tribut ans Alter sein. Die Ärzte sagen, es wäre alles in Ordnung und meine Leistung sei mindestens altersgerecht. Den Bauhaus-Firmenlauf dies Jahr (5,2 km) habe ich so gerade noch unter 40 Minuten geschafft - allerdings auch bei über 30 Grad.
Nicht vergessen darf ich, dass seit 4 Jahren auch deutlich mehr Fahrradkilometer pro Jahr anfallen als früher, Bewegung an der frischen Luft hab ich also mehr als ausreichend.
